Tennismatches gewinnen: Die Sieger-Zone auf dem Tennisplatz

                                                                                     Abbildung aus Born (2017: 35)
Abbildung aus Born (2017: 35)

Welche Ziele suchen wir uns für unsere Schläge auf den Tennisplatz? Wohin soll gespielt werden, um Ballwechsel und damit Matches zu gewinnen?

 

(Unter anderem) dieser Frage hat sich Philipp Born in seiner Doktorarbeit 2017 angenommen und -  neben empirischen Erkenntnissen bspw. über die Ballwechsellänge, besonders erfolgsversprechende Aufschlagmuster - herausgearbeitet, dass insbesondere die sogenannten "C-Zonen" (siehe Schaubild) wesentlich für den Ausgang eines Matches sind.

Für den ein oder anderen Clubspieler ist die Überraschung sicherlich groß, ist doch "Länge" landläufig das wichtigste Kriterium für einen guten Schlag. Wissenschaftlich betrachtet gewinnt allerdings der Spieler das Match, der häufiger die C-Zonen trifft - Länge als Schlagkriterium spielt nur eine untergeordnete Rolle (vgl. Born 2017: 57-66). 

 

Neben der statistischen Signifikanz sprechen auch logische Gründe für die C-Zone als DIE Sieger-Zone auf dem Tennisplatz:

  • Wer hierhin spielt, kann den Gegner durch Winkelspiel nach außen treiben oder sogar einen Winner schlagen.
  • Wer hierhin spielt, hat eine Linie -  die Grundlinie - als Fehlermöglichkeit weniger. 

Insofern sollte das Anspielen dieser Zone wesentlicher Bestandteil des Trainings eines jeden Spielers sein. Einige Übungsvorschläge, insbesondere auch was die erweiterte Spieleröffnung angeht, finden sich ebenfalls in der erwähnten und sehr lesenswerten Doktorarbeit.

 

Quelle: Born, Philipp (2017): Systhematische Analyse der erweiterten Spieleröffnung im Herrentennis der Weltspitze inklusive Ableitung anwendungsorientierter Trainingsformen. URL: Doktorarbeit Philipp Born Stand 1-148.pdf.pdf (d-nb.info), zuletzt abgerufen am 24.09.2021.

 

Übung:

 

Als kleines Beispiel findet sich hierfür unter diesem Beitrag auch ein kurzes Video: Zwei Spieler starten den Ballwechsel longline; beide dürfen abwechselnd den Ball cross auf die C-Zone eröffnen. Um den Anreiz und die Qualität zu steigern wird ein Treffen der Zone mit anschließendem Punktgewinn doppelt gewertet. Bei der Umsetzung der Übung lassen sich beide Gründe für die C-Zone als DIE Siegerzone erkennen: obwohl die Zone minimal verfehlt wird, kann ein enormer Winkel erzeugt und recht sicher ein erzwungener Fehler erreicht werden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0